Seit 130 Jahren für Sie da: Dancker der Optiker

1883

1883 Hermann Dancker aus Hamburg-Altona hatte sich mit der Tochter einer alteingesessenen Bonner Familie vermählt und eröffnete in ihrem Haus im September 1883 ein eigenes Geschäft. Der Feinmechaniker und Optiker Hermann Dancker ist tüchtig und ideenreich und offeriert seinen Kunden Brillen und Kneifer, die er in der Werkstatt vorfertigt, aber auch feinmechanisches Spielzeug, Wettergeräte und Dampfmaschinen. Erfinderisch begabt, versteht er seine vorzüglichen Fachkenntnisse mannigfaltig anzuwenden. So ist Hermann Dancker der erste, der in Bonn elektrischen Strom erzeugt und an die Bewohner in der Sternstrasse und Bonngasse verkauft. Eine Pionierleistung, die in den Annalen der Stadtwerke verzeichnet bleibt.

Der Bundestagsoptiker

1918

Nach dem Tode des Vaters, übernimmt sein Sohn Ludwig das Geschäft in der Sternstrasse 24/26. Der Erste Weltkrieg ist beendet, Bonn erlebt eine Blüte kulturellen Lebens. In diese Zeit fällt auch der Aufschwung der Foto-Optik. Ludwig Dancker erkennt die Chance und richtet eine Spezialabteilung für Foto-Artikel ein. Und weil er als Luftschiffer im Ersten Weltkrieg zum Wetterbeobachter ausgebildet wurde, bietet er auch die neusten Wettergeräte an. Seine Profession ist und bleibt jedoch die Augenoptik. Unter seiner kundigen Hand entwickelt sich die Firma zum führenden Fach-Geschäft. »Mer jonn bei de Dancker« wird zum geflügelten Wort, wenn man eine Brille braucht.

1944

Am Vormittag des 18. Oktobers 1944 wird die Bonner Innenstadt von einem Bombenhagel heimgesucht. Die  Innenstadt wird hart getroffen und auch das engbrüstige Altstadt-Haus in der Sternstraße 24/26 wird in Mitleidenschaft gezogen. Gemeinsam mit treuen Mitarbeitern gelingt der Familie Dancker jedoch der Wiederaufbau.

Ender der 1940er Jahre führt Dancker der Optiker als eines der ersten Bonner Fachgeschäfte die Kontaktlinse ein. Bald wird die Bundeshaupstadt von Prominenz aus dem In- und Ausland belebt.  Einer der treuen Kunden heißt Konrad Adenauer, aber auch ausländische Gäste wie Haile Selassi oder der Dalai Lama schätzen das Haus Dancker als erste Adresse Bonns in Sachen Optik.

1890
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1900
1900
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1908
1908
Vor 1918
Vor 1918
Anfang 1930er Jahre
Anfang 1930er Jahre
Anfang 1930er Jahre
Anfang 1930er Jahre
1930er Jahre
1930er Jahre
1947
1947
Ende 1940er Jahre
Ende 1940er Jahre
Ende 1950er Jahre
Ende 1950er Jahre
Anfang 1960er Jahre
Anfang 1960er Jahre
Mitte 1960er Jahre
Mitte 1960er Jahre
1966
1966
Anfang 1970er Jahre
Anfang 1970er Jahre
Mitte 1970er Jahre
Mitte 1970er Jahre

Vorwärts in die Vergangenheit - Der Bundestagsoptiker

Für manche ist sie lästig - für andere ein Markenzeichen. Brillen gibt es seit dem 13. Jahrhundert, wer sie erfunden hat, ist aber nicht bekannt. Ludwig Giesecke-Dancker war es nicht, das steht fest, aber schon sein Vater hat Brillen für die Politiker der Bonner Ära gemacht. Seit 125 Jahren gibt es den Optiker nun schon in Bonn.

1985

1985 tritt mit Ludwig Giesecke-Dancker die mittlerweile vierte Generation in das Familienunternehmen ein. Nach Lehr- und Wanderjahren, sowie dem erfolgreichen Abschluss an der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln als »staatl. geprüfter Augenoptiker und Augenoptikermeister«, setzt er die langjährige Familientradition in der vierten Generation fort.

 

Dr. Konrad Adenauer - ein ebenfalls treuer Kunde

Es geht um Brillen, auch Sehhilfen oder Glasbausteine genannt. In der Bonner Republik gab es eine ganze Menge Brillenträger und nicht nur im Plenarsaal gab es unterschiedliche Auffassungen vom richtigen Durchblick. Was da nun gerade Mode war, entging so manchem Auge. Dass Tradition ein gutes Aushängeschild für Qualität ist, dachten sich wohl auch die Größen der Bonner Parteienlandschaft. Fast alle trugen sie Brillen und fast alle ließen sie sich die beim Optiker Dancker in der Bonner Sternstraße machen. Helmut Kohl, Walter Scheel, Karl Carstens, Richard von Weizsäcker und sogar der Dalai Lama waren Kunden. Der Dalai Lama trägt offenbar noch heute die Brille, die ihm Ludwig Danckers Vater verpasste.


Die Brillen von damals findet man heute eher hässlich

Seit Erfindung der Kunststoffgläser wurde die Brille immer mehr auch zu seinem Modeobjekt. Designer konnten sich in Farbauswahl und Gestellform richtig austoben, auch mussten Brillen nicht mehr nur eine Farbe haben. Die Brillen von damals findet man heute eher hässlich. Das allerdings die Tradtition des Hauses Dancker bestehen bleibt - eine Selbstverständlichkeit.
(Text: WDR Lokalzeit Bonn)

Bericht der WDR-Lokalzeit Bonn: